Wie alt können Katzen werden?

Wie alt können Katzen werden? Und was kann ich tun, damit meine Katze lange und gut lebt? Diese Fragen stellen sich viele Katzenhalter. Gute Pflege leistet einen wichtigen Beitrag, dass eine Katze ein möglichst hohes Alter erreicht. Denn bei guter Haltung und Pflege können Katzen ziemlich alt werden. 

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Wie alt wird eine Katze?

Für die Frage "Wie alt wird eine Katze?" gibt es keine pauschale Antwort. Die Lebenserwartung hängt mit vielen Faktoren zusammen: Pflege, Umfeld und Ernährung. Straßenkatzen, um die sich niemand kümmert, erreichen gerade mal ein Durchschnittsalter von 4 - 5 Jahren. Freigänger mit einem festen Zuhause, die regelmäßig geimpft und gefüttert werden, erreichen im Durchschnitt 10 - 12 Jahre alt. Wohnungskatzen können bei optimaler Haltung und guter medizinischer Versorgung 15 - 20 Jahre alt werden.

Wie alt ist die älteste Katze der Welt?

Immer wieder hört man von Katzen, die sehr alt werden. Doch wie alt ist die älteste Katze der Welt tatsächlich geworden? Im Guiness-Buch der Rekorde wird von der texanischen Katze "Creme Puff" berichtet, die 38 Jahre und 3 Tage alt wurde. Die älteste Katze, die ich selbst bisher behandelt habe, wurde 34 Jahre alt.

Wie alt werden Katzen im Durchschnitt?

Das höchstmögliche Alter entspricht oft nicht der tatsächlichen durchschnittlichen Lebenserwartung. Die Frage wie alt werden Katzen im Durchschnitt  hängt von Faktoren wie Verletzungsrisiko, Ernährung, Pflege und medizinischer Versorgung ab. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen liegt bei etwa 10 Jahren.

Wie alt ist meine Katze in Menschenjahren?

Sicher hast du dich das auch schon gefragt: Wie alt ist meine Katze in Menschenjahren? Früher galt die Faustregel ein Katzenjahr - sieben Menschenjahre. Doch das stimmt so nicht. Katzen altern deutlich schneller als Menschen. Junge Kätzchen werden schnell erwachsen. Deshalb rechnet man heute für die beiden ersten Katzenjahre 24 Menschenjahre. Danach entspricht ein Katzenjahr vier Menschenjahren.

Faktoren wie Rasse, Größe, Haltung, durchgemachte Erkrankungen und Körperkondition spielen ebenfalls eine Rolle. Eine 15-jährige Katze kann noch topfit und gesund sein. Sie kann aber auch krank sein und alt aussehen. Eine Tabelle zur Umrechnung von Katzenalter in Menschenjahre gibt eine grobe Orientierung.

Tabelle: Katzenalter in Menschenjahren

Katze

Mensch

1 Monat

6 Monate

2 Monate

1,5 Jahre

3 Monate

4 Jahre

6 Monate

10 Jahre

8 Monate

13 Jahre

1 Jahr

15 Jahre

2 Jahre

24 Jahre

3 jahre

28 Jahre

4 jahre

32 Jahre

5 jahre

36 jahre

10 jahre

56 Jahre

12 jahre

64 Jahre

14 jahre

72 Jahre

16 jahre

80 Jahre

18 jahre

88 Jahre

20 jahre

96 Jahre

21 jahre

100 Jahre

22 jahre

104 Jahre

Wie alt werden Rassekatzen?

Oft hört und liest man, dass Rassekatzen nicht so alt werden wie Europäische Kurzhaarkatzen. Doch das stimmt so nicht. Häufiger leben Rassekatzen nur in der Wohnung ohne Freigang. Schon deshalb sind sie durch Unfälle weniger gefährdet als Freigänger. Bei optimaler Haltung und Pflege können sie sehr alt werden. 

Die langlebigsten Katzenrassen:

  • Balinesen: 18 - 22 Jahre
  • Siamkatzen: 15 - 20 Jahre
  • Ragdoll: 15 - 17 Jahre
  • Perser: 13 - 18 Jahre
  • Norwegische Waldkatze: 13 - 18 Jahre
  • Abessinierkatze: 14 - 16 Jahre
  • Bengalkatze: 12 - 16 Jahre
  • Maine Coon: 12 - 15 Jahre
  • Britisch Kurzhaar: 12 - 16 Jahre

Das Alter einer Katze bestimmen

Nicht immer ist das Geburtsdatum einer Katze genau bekannt. Doch wie kann man das Alter einer Katze bestimmen? Woran kann man erkennen, wie alt eine Katze ist?

Schätzung in der Welpenzeit

Die Schätzung in der Welpenzeit ist einfach. Sie bezieht das Körpergewicht und den Zeitpunkt des Zahnwechsels mit ein. Ein Kätzchen direkt nach der Geburt wiegt ungefähr 100 Gramm. Im Alter von 4 Wochen hat es auf 400 - 500 Gramm zugenommen. Mit zwei Monaten wiegt es 800 - 1000 Gramm. 

Im Alter von 2 - 3 Wochen brechen die ersten Milchzähne beim Katzenwelpen durch. Nach ungefähr 8 Wochen ist das Milchzahngebiss mit 26 Zähnen komplett. Zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat findet der Zahnwechsel statt. Erst werden im 3. Lebensmonat die Schneidezähnchen gewechselt. Spätestens mit 8 Monaten ist der Zahnwechsel abgeschlossen. Die Katze hat nun 30 Zähne.

Schätzung im Erwachsenenalter

Bei einer bereits erwachsenen Katze ist eine sichere Altersbestimmung unmöglich. Der Zustand von Fell und Zähnen hängt stark von der Qualität des Futters und der bisherigen Pflege ab. Abweichungen um bis zu 5 Jahre kommen vor. Bei der Schätzung im Erwachsenenalter gibt es drei Gruppen:

  • jüngere Katze bis 5 Jahre
  • mittelalte Katze zwischen 5 und 10 Jahren
  • ältere Katze über 10 Jahre

Im fortgeschrittenen Alter können die Augen trüber werden. Das Gehör kann nachlassen. Alte Katzen bewegen sich weniger. Dadurch kommt es zu Muskelabbau. Das lässt sie hager wirken. Sichere Zeichen für fortgeschrittenes Alter sind das nicht. Eine kranke Katze kann sehr viel älter wirken als sie tatsächlich ist.

Ab wann ist eine Katze alt?

Altern ist ein natürlicher Prozess. Wir können ihn nicht aufhalten. Er verläuft individuell unterschiedlich schnell. Deshalb ist die Frage, ab wann ist eine Katze alt, gar nicht so einfach zu beantworten. Erste Altersveränderungen finden ab dem 7. Lebensjahr statt. Zellerneuerungen verlangsamen sich und die Körperfunktionen lassen nach. Bis zum 12. Lebensjahr ist davon äußerlich oft noch nichts sichtbar. Denn Alterung verläuft schleichend.

Aus tierärztlicher Sicht wird folgende Einstufung vorgenommen:

  • Mit 7 - 10 Jahren ist eine Katze in den besten Jahren.
  • Mit 11 - 14 Jahren gilt sie als Senior.
  • Ab 15 Jahren wird eine alte Katze als sehr betagt eingestuft.

Altersbedingte Veränderungen

Wenn man täglich mit seiner Katze zusammen ist, fallen einem die langsam auftretenden altersbedingten Veränderungen kaum auf. Gut zu wissen, dass Katzen ab etwa 11 Jahren zu den Senioren zählen. Auch wenn Katzen individuell altern. Sie müssen nicht alle geschilderten Altersveränderungen gleichzeitig zeigen. Als typische altersbedingte Veränderungen finden wir:

  • Abbau von Muskelmasse
  • Nachlassen von Geruchs-, Geschmacks- und Gehörsinn
  • Fellveränderungen
  • Verhaltensänderungen

Abbau von Muskelmasse

Alte Katzen bewegen sich weniger und schlafen mehr. Werden die Muskeln weniger beansprucht, kommt es zum Abbau von Muskelmasse. Die Sprungkraft lässt nach. Der Sprung aufs Fensterbrett oder Sofa wird mühsam. Arthrosen in den Gelenken können dazukommen. Sichtbar wird der Abbau von Muskelmasse an den Schultern und den Oberschenkeln. Die alte Katze sieht hager aus.

Nachlassen von Geruchs-, Geschmacks- und Gehörsinn

Das Nachlassen von Geruchs- und Geschmackssinn wirkt sich auf Appetit und Futteraufnahme aus. Alte Katzen finden ihr Futter nicht mehr attraktiv. Sie fressen oft weniger und wesentlich wählerischer. 

Hört die Katze schlechter, kann sie Gefahren nicht mehr so gut erkennen. Für Freigänger ist beispielsweise es fatal, wenn der Gehörsinn nachlässt und sie keine Autos mehr hören können.

Fellveränderungen

Die Haut wird insgesamt trockener durch Veränderungen im Stoffwechsel. Das Fell wirkt stumpf. Es kann zur Verfilzung kommen. Die Fellpflege fällt möglicherweise schwer, weil alte Katzen nicht mehr so beweglich sind.

Verhaltensänderungen

Alte Katzen kommen mit Veränderungen in ihrem Lebensumfeld schlecht zurecht. Umstellen der Möbel, Umzug, neue Tiere im Revier, geänderte Futterzeiten - das sind alles Dinge, die eine alte Katze stressen und Verhaltensänderungen auslösen können. Die Spanne der Verhaltensänderungen reicht von einem veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus über grundloses Maunzen bis hin zu Unsauberkeit in der Wohnung.

Achtung! Altersbedingte Veränderungen lassen sich auf den ersten Blick nicht von ernsthaften Erkrankungen unterscheiden!

Zunahme von Erkrankungen

Nicht sichtbar verändern sich im Alter auch Immunsystem und innere Organe, so dass es zu einer Zunahme von Erkrankungen kommt. Insbesondere chronische Erkrankungen treten häufiger auf. Viele alte Katzen leiden an mehr als einer Erkrankung, sie sind "multimorbid". Unterschiedliche Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig. So haben etwa ein Drittel aller Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) gleichzeitig eine chronische Niereninsuffizienz (CNE/CNI).

Komplexes Krankheitsmanagement

Alte Katzen mit mehreren Erkrankungen brauchen viel Zuwendung und ein komplexes Krankheitsmanagement. Laborwerte müssen regelmäßig überwacht werden. Bei Veränderungen müssen die Medikamente angepasst werden, damit es deiner alten Katze weiterhin gut geht. Das alles zu bewältigen ist eine Aufgabe. Schrifltiche Therapiepläne und ein Medikationstagebuch helfen dir dabei.

Alte Katze - so hilfst du am besten

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Was tun, um das Leben im Alter zu erleichtern?

Wer wünscht sich nicht, mit seiner Katze möglichst lange gemeinsam durchs Leben zu gehen? Die ersten Alterserscheinungen stellen sich ab einem Alter von 7-8 Jahren langsam und unmerklich ein. Doch je älter eine Katze wird, umso anspruchsvoller kann sie sein. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie du deiner alten Katze das Leben so angenehm wie möglich machen kannst.

Altersgerechte Ernährung

Kalorien- und Nährstoffbedarf verändern sich bei alten Katzen. Sie brauchen weniger Kalorien, hochwertige tierische Eiweiße und eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Spezielle Seniorenfutter berücksichtigen diese Veränderungen. Eine altersgerechte Ernährung ist leicht verdaulich, schmackhaft, ausgewogen und verlangsamt die mit dem Altern verbundenen Prozesse.

Gewichtsschwankungen solltest du vermeiden. Am besten wiegst du deine alte Katze regelmäßig, um schnell reagieren zu können, wenn sie mehr als 10 % ihres Körpergewichts zu- oder abnimmt. Gewichtsschwankungen ohne Futterumstellung sind bei alten Katzen ein erster Hinweis auf Erkrankungen.

Für Erkrankungen wie chronische Niereninsuffizienz (CNE/CNI), Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Darmentzündung, Harnwegserkrankungen, Diabetes mellitus, Arthrose und weitere gibt es unterschiedlichste Diätfuttermittel. Sie sind ein Bestandteil der Behandlung. Lies hier nach, wie eine Futterumstellung gelingt.

Regelmäßige Vorsorge und Pflege

Im Alter steigt die Anfälligkeit für Krankheiten. Dazu kommen altersbedingt nachlassende Organfunktionen. Krankheiten entwickeln sich schleichend. Du bemerkst es anfangs gar nicht. Deshalb rate ich bei Katzensenioren dringend zu einem halbjährlichen Gesundheitscheck in der Haustierarztpraxis. 

Werden Alterserkrankungen frühzeitig erkannt, können sie erfolgreich behandelt werden. Sind Erkrankungen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits weit fortgeschritten, ist die Behandlung viel aufwendiger. Außerdem verkürzt eine fortgeschrittene Erkrankung das Leben deiner Katze.

Fell, Augen und Ohren brauchen bei alten Katzen intensivere Pflege. Bürsten, Kämme, feuchte Lappen und spezielle Pflegepräparate leisten dabei gute Dienste.

Bewegung, Beschäftigung und Rückzugsorte

Die beste Gesundheitsvorsorge ist es, deiner alten Katze Bewegung und Beschäftigung anzubieten. Fordere sie regelmäßig zum Spielen auf. Probiere aus, was sie in Bewegung bringt. Biete ihr Denk- und Intelligenzspielzeuge für Katzen an. Sie fordern sie und lassen keine Langeweile aufkommen.

Genauso wichtig sind Rückzugsorte, an denen deine alte Katze völlig ungestört ist und sich sicher fühlt. Dort kann sie entspannt schlafen. Gerne mögen alte Katzen auch warme Plätze oder kuschelige Höhlen.

Alte Katzen-Rückzugsorte-kuschelig

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Wie Krankheiten die Lebenserwartung beeinflussen

Eine kranke alte Katze bereitet Sorgen. Besonders wenn alte Katzene nicht mehr vollständig genesen, fragen sich viele Halter: Wie alt können Katzen werden, die krank sind? Das kommt ganz auf die Krankheit an und auf das Stadium, in dem sie festgestellt wird. Je früher eine Diagnose gestellt und die richtige Behandlung begonnen wird, desto länger können Katzen mit guter Lebensqualität damit leben. Erkrankungen wie Arthrose beeinflussen die Lebenserwartung kaum, eine Herzerkrankung kann innerhalb weniger Wochen tödlich verlaufen. An einigen Beispielen von häufigen Erkrankungen alter Katzen zeige ich dir, welchen Einfluss sie auf die Lebenserwartung haben.

Wie alt werden Katzen mit chronischer Nierenerkrankung (CNE/CNI)?

Die chronische Niereninsuffizienz (CNE/CNI) der Katze ist unheilbar. Die Leistung der Nieren lässt sukzessive nach. Durch frühzeitige Behandlung und Diätfütterung kann ihr Fortschreiten verlangsamt werden. Eine Katze kann damit noch Jahre ein Leben mit einer hohen Lebensqualität führen. 

Je älter die Katze zum Zeitpunkt der Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung (CNE/CNI) ist, desto eher kann sie ein normales Katzenalter von über 10 Jahren erreichen.

Wie alt werden Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) arbeitet der Stoffwechsel der alten Katze auf Hochtouren. Typisch ist, dass die Katzen sehr viel fressen und trotzdem abnehmen. Frühzeitig erkannt und behandelt werden Schäden beispielsweise am Herzen vermieden. Mit regelmäßiger Überwachung und lebenslanger konsequenter Therapie kann eine Katze mit dieser Erkrankung sehr alt werden.

Wie alt werden Katzen mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)?

Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) werden Verdauungsenzyme vorzeitig in der Bauchspeicheldrüse freigesetzt und führen zu hochakuten, schmerzhaften und oft lebensbedrohlichen Entzündungen. Nur eine sofortige Therapie mit intravenösen Infusionen und Medikamenten rettet die Katze. Tückisch ist, dass diese Entzündungsprozesse oft nicht ausheilen, sondern in Abständen immer wieder aufflammen können. Eine Aussage über die Lebenserwartung einer an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) erkrankten Katze ist nicht möglich.

Wie alt werden Katzen mit schlechten Zähnen?

Bereits etwa 70 Prozent aller über drei Jahre alten Katzen hat Zahnstein, Zahnfleischtaschen und Zahnfleischentzündungen. Im Laufe der Jahre werden die Zähne geschädigt (FORL = feline odontoklastische resorptive Läsionen). Sie brechen ab oder fallen aus. Trotz Schmerzen fressen die Katzen noch, so dass schlechte Zähne oft lange unbemerkt bleiben. 

Wenn bei Katzen mit schlechten Zähnen eine gründliche Gebisssanierung beim Zahntierarzt durchgeführt wird, heilen die Zahnfleischentzündungen ab. Die Katze hat keine Schmerzen mehr. Selbst ohne Zähne kann sie gut fressen. Sind noch keine Folgeschäden an anderen Organsystemen da, ist ihre Lebenserwartung dadurch nicht eingeschränkt.

... und irgendwann ist es Zeit zu gehen

Du kannst sehr viel tun, um deiner Katze einen schönen Lebensabend zu gestalten. Notwendige Medikamente geben, Augen, Ohren und Fell pflegen, ihren Fress- und Toilettenplatz altersgerecht gestalten, sich intensiv mit ihr beschäftigen, das ist alles machbar.

Doch irgendwann kommt die Zeit, dass deine alte Katze mehr schlechte als gute Tage hat, dass sie nichts mehr fressen will und sich völlig zurückzieht. Dann steht das Thema "Sterben" an. Den wenigsten alten Katzen ist es vergönnt, friedlich in ihrem Zuhause einzuschlafen. Wenn es keine Hoffnung mehr auf Besserung gibt, wenn deine alte Katze keine Lebensqualität mehr hat und medizinische Hilfe nicht mehr möglich ist, dann ist es Zeit sie zu erlösen. 

Woran kann ich erkennen, ob mein Tier leidet?

In der Natur werden Katzen bei Anzeichen von Schwäche schnell zum Opfer. Deshalb zeigen sie oft erst spät, wenn sie leiden. Folgende Anzeichen können Hinweis sein, dass deine Katze leidet:

  • Sie liegt nur noch an einer Stelle, bewegt sich kaum noch.
  • Sie ist unruhig, wandert herum, jammert und maunzt die ganze Zeit und findet nicht zur Ruhe.
  • Sie verweigert Fressen und Trinken über Tage.
  • Sie geht nicht mehr auf ihr Katzenklo, macht unter sich und bleibt in ihren Ausscheidungen liegen.
  • Sie ist apathisch, nimmt ihre Umwelt kaum noch wahr und reagiert nicht auf Ansprache.
  • Sie will sich nicht mehr anfassen lassen und faucht, wenn man sich ihr nähert.

Euthanasie durch den Tierarzt

Die bewusste Entscheidung zu treffen, ein Tier sanft und schmerzlos einschläfern zu lassen, fällt jedem Tierhalter schwer. Bitte deinen Tierarzt um ein Gespräch. Er kann dir bei der Entscheidungsfindung helfen und dich beraten. Aber er kann dir letztendlich die Entscheidung nicht abnehmen.

In vielen Fällen ist abzusehen, dass ein Tier in absehbarer Zeit sterben wird. Nutze diese letzten Tage und Wochen zur Vorbereitung. Verbringe möglichst viel Zeit mit deiner Katze und verwöhne sie. Überlege dir, was nach ihrem Tod mit ihr geschehen soll. Hast du eine Möglichkeit sie zu begraben, möchtest du sie verbrennen lassen oder auf einem Tierfriedhof beerdigen? Besorge dir die nötigen Unterlagen.

Wie läuft eine Euthanasie ab?

Mit Euthanasie wird das sanfte und schmerzlose Einschläfern eines Tieres bezeichnet. Der Tierarzt darf ein Tier erlösen, wenn medizinische Hilfe nicht mehr möglich ist, wenn die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist und ein Tier leidet.

Die Katze bekommt eine Narkose wie für eine Operation. Das Narkosemittel wird höher dosiert, damit das Tier tief und fest schläft. Manche Tiere würgen oder erbrechen noch in der Einschlafphase, andere legen sich einfach hin. In einem zweiten Schritt bekommt sie eine Überdosis eines Narkosemittels. Das führt zu Atem- und Herzstillstand. Deine Katze schläft ganz sanft ein und hört auf zu atmen. Der Tierarzt überprüft, ob alle Todeszeichen vorhanden sind (weite Pupillen, fehlender Herzschlag, geöffneter Afterschließmuskel). Etwa eine halbe bis zwei Stunden nach dem Ableben tritt die Totenstarre ein.

Euthanasie zu Hause

Erkundige dich in deiner Tierarztpraxis, ob sie Hausbesuche für eine Euthanasie durchführen. Für deine Katze ist es stressfreier, in der gewohnten Umgebung eine Überdosis eines Narkosemittels für einen sanften Tod verabreicht zu bekommen. Sie wird trotzdem merken, dass etwas anders ist als sonst. Bedenke aber, dass du weiter in dieser Umgebung lebst. Möglicherweise wirst du jeden Tag daran erinnert, dass deine geliebte Katze hier eingeschläfert wurde. Damit musst du klar kommen können.

Euthanasie in der Tierarztpraxis

In der Praxis hat der Tierarzt bessere Arbeitsbedingungen, um das Tier sanft einzuschläfern. Bitte um einen Termin außerhalb der offenen Sprechstunde. Ohne Wartezeit hält sich der Stress für deine Katze in Grenzen. Bleibe bei deiner Katze, wenn sie ihre Narkosespritze erhält. Versuche ruhig zu bleiben und nicht zu weinen, bis sie schläft. Halte Körperkontakt, streichle sie, wenn sie es mag. Nimm dir anschließend die Zeit, die du brauchst, um dich von ihr zu verabschieden.

Was geschieht nach dem Tod einer Katze?

Die Frage, was mit dem Körper der verstorbenen Katze geschehen soll, hast du dir vielleicht schon überlegt. Wer einen eigenen Garten besitzt, der nicht im Wasserschutzgebiet liegt, kann seine Katze dort begraben. Auf einem Tierfriedhof kannst du ein Grab für deine Katze anmieten und sie dort begraben lassen. Eine Verbrennung im Tierkrematorium ist eine weitere Option. Du kannst dich für eine anonyme Verbrennung entscheiden oder für eine Einzelverbrennung. Bei der Einzelverbrennung kannst du die Asche deiner Katze in einer Urne zurückbekommen. Die nötigen Formalitäten kann deine Tierarztpraxis für dich übernehmen. Oder du bringst dein verstorbenes Tier nach Absprache direkt in ein nahe gelegenes Krematorium und holst die Asche dort wieder ab.

Abschied und Trauer bewältigen

Jeder Mensch trauert anders um ein verstorbenes Tier. Der eine räumt alles weg, was ihn an seine geliebte Katze erinnert. Der andere lässt erst einmal alles so, wie es war. Kindern hilft die Vorstellung, dass es ihrer Katze jetzt im "Katzenparadies" gut geht. Ich stelle mir vor, dass es meinen verstorbenen Katzen im Katzenhimmel gut geht. Und dass sie mich abholen kommen, wenn es bei mir eines Tages so weit sein wird. Das tröstet mich.  

Fazit

Wenn unsere geliebten Samtpfoten alt werden, dann kommen auch bei Ihnen Alterserscheinungen und Krankheiten - wie bei uns Menschen. Wegschauen oder Schönreden ist da keine Lösung! Helfen wir ihnen, trotz Alter und Gebrechen ein lebenswertes Leben zu führen. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen werden Erkrankungen früh erkannt und können gut behandelt werden. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Katzenmedizin finden wir Wege, dass unsere Katzensenioren ihren letzten Lebensabschnitt schmerzfrei genießen können.

Wenn es soweit ist…

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach,

und quälende Pein hält ständig mich wach,

was du dann tun musst – tu es allein.

Die letzte Schlacht wird verloren sein.

Dass du sehr traurig, verstehe ich wohl.

Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.

An diesem Tag – mehr als jemals geschehn –

muss deine Freundschaft das Schwerste bestehn.

Wir leben zusammen in Jahren voll Glück.

Furcht vor dem Muss? Es gibt kein zurück.

Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei.

Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Nur – bitte bleibe bei mir bis zum Schluss

auch wenn es für dich schwer sein muss.

Und halte mich fest und red mir gut zu,

bis meine Augen kommen zur Ruh.

Mit der Zeit – ich bin sicher – wirst du es wissen,

es war deine Liebe, die du mir erwiesen.

Vertrauende Blicke ein letztes Mal –

du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme dich nicht, wenn du es einst bist,

der Herr dieser schweren Entscheidung ist.

Wir waren beide so innig vereint.

Es darf nicht sein, dass dein Herz um mich weint.

Verfasser unbekannt

Ein paar Katzensprüche

"Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos." Goethe

"Ein Haus ohne Katze ist wie ein Aquarium ohne Fisch." Jean-Louis Hue

"Auch die kleinste Katze ist ein Meisterwerk." Leonardo da Vinci

"Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter, die man sich wünschen kann." Pablo Picasso


Ich hoffe, dieser Artikel hat dir gefallen. Wenn du dazu Fragen oder Kommentare hast, kannst du diese unten in die Kommentare posten.

Wenn du Probleme mit deiner Katze hast und Hilfe brauchst, dann buche noch heute ein Online-Beratungsgespräch. Ich freue mich, dich zu treffen.

Liebe Grüße

Heidi

online-Katzentierärztin-Heidi Kübler mit Katze

Über die Autorin

Dr.med.vet. Heidi Kübler

„Kranke Katzen sind für ihre Halter ein Problem. Als Online-Katzentierärztin biete ich dir stressfrei schnelle und kompetente Hilfe an. So können du und deine Katze bald wieder euer gemeinsames Leben genießen.“


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