Gesundheitscheck für alte Katzen

Vorbeugen ist besser als heilen. Das gilt ganz besonders für alte Katzen. Denn Krankheiten entwickeln sich bei ihnen schleichend. Ein regelmäßiger halbjährlicher Gesundheitscheck für alte Katzen ist die einzige Möglichkeit, Krankheiten bereits im Frühstadium festzustellen. In diesem Artikel erfährst du, was bei einer Vorsorgeuntersuchung für alte Katzen alles gemacht werden kann und wie einzelne Untersuchungen ablaufen .

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Warum Gesundheitscheck für alte Katzen?

Meiner alten Katze geht es gut. Es reicht doch, wenn ich sie alle paar Jahre einmal impfen lasse. Warum soll ich sie sonst zum Tierarzt bringen? Wozu ihr und mir diesen Stress antun? Bis ich sie nur wieder in der Transportbox habe... So denken viele Katzenhalter. 

Auf den ersten Blick sieht deine alte Katze für dich gesund aus. Doch alte Katzen sind Meister darin, Schmerzen und Krankheitsanzeichen zu verbergen. Viele kleine Veränderungen fallen dir nicht sofort ins Auge, wenn du ein Tier jeden Tag siehst. Das objektive Auge eines Tierarztes sieht vieles, was dir gar nicht auffällt. Deshalb ist ein halbjährlicher Gesundheitscheck für alte Katzen so wichtig.

Früherkennung

Gerade weil viele Krankheiten bei alten Katzen im Anfangsstadium schwer erkennbar sind, ist Früherkennung so wichtig. Je früher eine Krankheit bei einer alten Katze festgestellt und behandelt wird, desto weniger wird ihre Lebenserwartung dadurch verkürzt. Die häufig vorkommenden chronischen Nierenerkrankungen (CNE/CNI) bei alten Katzen werden oft erst bemerkt, wenn zwei Drittel der Nieren bereits geschädigt sind. Eine Behandlung kann zerstörtes Nierengewebe nicht mehr regenieren. Sie kann nur versuchen, weitere Schädigung zu verhindern und das noch intakte Nierengewebe zu schützen. Durch einen regelmäßigen Gesundheitscheck für alte Katzen ab dem 7. Lebensjahr bis du auf der sicheren Seite. Dadurch kann beispielsweise eine chronische Niereninsuffizienz (CNI/CNE) bereits im Frühstadium festgestellt werden.

Verlaufskontrolle

Hat deine alte Katze bereits eine chronische Erkrankung, dann ist eine regelmäßige Verlaufskontrolle wichtig. Krankheiten schreiten fort, ohne dass du deiner alten Katze etwas anmerkst. So kann sich die Nierenfunktion verschlechtern, ohne dass dir etwas auffällt. Ob die Dosierung ihrer Medikamente verändert werden muss oder ob sie zusätzliche Medikamente braucht, das lässt sich in der Verlaufskontrolle feststellen. Welche Untersuchungen in welchen Abständen für den einzelnen Katzenpatienten notwendig sind, das hängt von seiner Erkrankung ab. Bei einer Katze mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wird alle drei bis sechs Monate in einer Blutprobe der T4 (Thyroxin)-Wert kontrolliert. Bei chronisch nierenkranken Katzen werden in der Verlaufskontrolle alle drei bis sechs Monate die Nierenwerte und das Blutbild kontrolliert. 

Kurz-Fragebogen zum Senioren-Check für zu Hause

Mit diesem Fragebogen kannst du zu Hause einen Katzen-Senioren-Check durchführen. Du bekommst Hinweise, ob weiteres Handeln notwendig ist.

Fragen

ja

nein

Hat sich das Verhalten deiner Katze in letzter Zeit verändert?

Hat dein Tier abgenommen oder zugenommen, ohne dass du die Fütterung verändert hast?

Frisst deine Katze viel wählerischer und mag am liebsten nur noch ihre Leckerchen?

Kaut deine Katze einseitig oder frisst nur noch sehr langsam und mit Pausen?

Riecht deine Katze unangenehm aus dem Mäulchen?

Trinkt deine Katze wesentlich mehr oder weniger?

Erbricht deine Katze häufiger als bisher?

Hat sich Kot- und/oder Harnabsatz verändert?

Will sich deine Katze nicht mehr anfassen und streicheln lassen?

Springt deine Katze nicht mehr auf die Couch oder auf ihre höher liegenden Lieblingsplätze?

Schläft deine Katze wesentlich mehr und auch nur noch auf ganz weichen Plätzen?

Atmet deine Katze in letzter Zeit angestrengter als sonst?

Wenn du mehr als zwei Fragen mit "ja" beantwortet hast, solltest du unbedingt abklären lassen, ob es sich um normale Alterserscheinungen handelt oder ob sich möglicherweise bei deiner Katze eine Krankheit entwickelt.

Buche ein Beratungsgespräch bei mir, ich helfe Dir gerne!

Was wird beim Gesundheitscheck untersucht?

Ein Gesundheitscheck liefert Basisdaten zur Gesundheit. Was im einzelnen beim Gesundheitscheck untersucht wird, das hängt vom Alter der Katze, von bestehenden Beschwerden oder bereits diagnostizierten Erkrankungen ab. Es wird schrittweise vorgegangen, vom Vorbericht (Anamnese) über Routine-Untersuchungen bis hin zu Spezial-Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Wie so ein Gesundheitscheck abläuft und warum welche Untersuchungen gemacht werden, das erkläre ich dir in den nachfolgenden Abschnitten.

Vorbericht (Anamnese)

Du gehst zum Tierarzt, wenn mit deiner Katze etwas nicht stimmt: Sie frisst nicht. Sie erbricht oder hat Durchfall. Sie verhält sich anders als sonst. Oder die jährliche Impfung steht an. Bei der Terminvereinbarung sagst du, um was es geht. Das ist bereits Teil des Vorberichts.

Denn im Vorbericht, der Anamnese, werden systematisch wichtige Informationen zum Patienten abgefragt:

  1. Vorstellungsgrund
  2. Impfungen und Behandlungen gegen Parasiten
  3. Fütterung und Haltung
  4. Bisherige Untersuchungen, Erkrankungen und Behandlungen
  5. Änderungen im Fressverhalten
  6. Verhaltensänderungen
  7. weitere Auffälligkeiten

Eine Anamnese ist auch per Fragebogen möglich. Er wird entweder im Wartezimmer oder vor dem Tierarztbesuch zu Hause ausgefüllt. Manche Tierarztpraxen stellen einen Anamnesebogen auf ihrer Homepage zum Herunterladen bereit. Das hat den Vorteil, dass du ihn zu Hause in aller Ruhe ausfüllen kannst und nichts Wichtiges vergisst.

Möglicherweise gibt es darin Fragen, die du nicht beantworten kannst. Wenn deine Katze Freigänger ist, kannst du vermutlich nichts darüber sagen, wie oft sie täglich Urin oder Kot absetzt. Das ist nicht schlimm. Notiere nur die Dinge, die du sicher weißt.

Der Vorbericht (Anamnese) liefert wichtige Informationen über deine Katze. Er gibt dem Tierarzt erste Hinweise auf mögliche gesundheitliche Probleme. Er hilft ihm, den für deine Katze nötigen diagnostischen Plan zu entwickeln für ein gezieltes Vorgehen.

Tipp: Mach dir am besten zu Hause bereits Notizen, damit du den Tierarzt möglichst umfassend informieren kannst. Bringe Impfpass, frühere Befunde und Dauermedikamente oder Nahrungsergänzungsmittel mit zum Termin.

Routine-Untersuchungen

Bei jedem Tierarztbesuch wird eine Routineuntersuchung durchgeführt. Durch Anschauen (Adspektion), Abtasten (Palpation), Abhören (Auskultation) und Gewichtskontrolle verschafft sich der Tierarzt einen ersten Überblick. Das geht bei einem routinierten Tierarzt oft sehr schnell, so dass du es gar nicht als richtige Untersuchung empfindest. Der Hintergrund ist der, dass deine Katze durch eine Routine-Untersuchung möglichst wenig gestresst sein soll.

Spezial-Untersuchungen

Hat deine Katze Symptome wie beispielsweise Gewichtsabnahme, Erbrechen oder Durchfall oder werden in Routine-Untersuchungen Hinweise auf Gesundheitsstörungen gefunden, macht der Tierarzt einen diagnostischen Plan. Er bespricht mit dir, welche Spezialuntersuchungen notwendig sind, um zu einer Diagnose zu kommen. 

Dabei gibt es Untersuchungen wie beispielsweise Blut-, Urin- oder Kotuntersuchungen, die in jeder Tierarztpraxis durchgeführt werden können. Für andere Untersuchungen werden Proben in Labors eingesandt. Wieder andere wie beispielsweise eine Computertomographie erfordern die Überweisung zu Spezialisten. 

Info: Jeder Tierarzt hat seine Vorgehensweise. Deshalb kann die Reihenfolge der einzelnen Untersuchungsschritte in deiner Tierarztpraxis von der hier im Artikel gewählten Reihenfolge abweichen. 

Basis-Check

Ein Basis-Check besteht aus Anschauen (Adspektion), Anfassen (Palpation) und Abhören (Auskultation). Damit können bereits jede Menge Befunde erhoben werden. Bei einfachen Erkrankungen wie einer Erkältung, oder einer Bißverletzung an der Pfote reicht der Basis-Check zur Diagnosestellung.

Anschauen (Adspektion)

Der Basis-Check beginnt mit einem ersten Blick in den Katzenkorb, wenn du ins Behandlungszimmer kommst. Deine Katze wird aus dem Korb genommen und gewogen. Ihr aktuelles Gewicht wird in ihrer Kartei vermerkt. Um sie in Bewegung zu sehen, wird sie auf den Fußboden gesetzt. Bleibt sie einfach sitzen - und das tun Katzen leider allzu gerne - dann versucht man sie durch vorsichtiges Anstupsen in Bewegung zu bringen. 

Der Tierarzt richtet sein Augenmerk zunächst auf die Dinge, die sichtbar sind. Ist das Fell glänzend oder matt? Gibt es verfilzte oder haarlose Stellen? Wie ist der Ernährungszustand? Ist eine Katze abgemagert oder zu dick? Sind Schwellungen vorhanden? Ist ein Bein dicker als die anderen? Werden alle vier Beine belastet? Wie sehen Augen, Nase und Mäulchen aus? Wie atmet die Katze, die da auf Tisch oder Boden sitzt?

Anfassen (Palpation)

Weiter geht es bei kranken Katzen mit der Temperaturmessung im After. Mit einem elektronischen Thermometer ist das ganz schnell geschehen. Fiebermessen geschieht zu Anfang der ausführlichen Untersuchung. Denn unter Stress kann bei Katzen die Körpertemperatur stark ansteigen und Fieber vortäuschen.

Augen, Ohren, Nase, Mäulchen, Rachen und Zähne werden eingehend begutachtet. Wie sehen die Schleimhäute aus? Hat die Katze auffälligen Mundgeruch? Frisst eine alte Katze vielleicht nicht, weil sie einen schlechten Zahn hat? Oder steckt noch etwas anderes dahinter? 

Fell, Haut, Pfoten und Krallen werden ebenfalls untersucht. Gelenke werden vorsichtig gebeugt, gestreckt und gedreht. Tut es einer Katze irgendwo weh, weil sie Arthrosen hat? Oder mag sie einfach bestimmte Bewegungen nicht? Das ist nicht einfach zu unterscheiden. Sind die Krallen in Ordnung? Oder drohen sie in den Ballen einzuwachsen? Bei Freigängern wird zusätzlich auf Flohbefall untersucht.

Hals, Rücken, Brustkorb, Bauchhöhle, Becken, Schwanzansatz, After und Umgebung werden abgetastet. Auch hier wird darauf geachtet, ob die Katze an irgend einer Stelle Abwehrbewegungen macht oder ausweicht. Innere Organe wie Darm, Nieren, Blase werden durch die Bauchdecke hindurch abgetastet. Der Puls wird an der Oberschenkelinnenseite gefühlt. Sind irgendwo Knoten oder Schwellungen festzustellen? Legt die Katze die Ohren an und faucht, weil ihr etwas weh tut? Oder ist es ihr nur unangenehm? Das wird der Tierarzt herausfinden.

Abhören (Auskultation)

Herz, Lunge, Luftröhre und auch der Darm werden mit einem Stethoskop abgehört. Es werden Töne und Geräusche beurteilt, die im Zusammenhang mit Herz-, Lungen- oder Darmtätigkeit entstehen. Veränderte Geräusche geben Hinweise auf Erkrankungen dieser Organe. Hat eine Katze Husten oder Atemnot? Oder sind pfeifende oder rasselnde Geräusche zu hören? Hört sich das Herz laut oder leise an? Ist der Herzschlag regelmäßig und kräftig? Gluckert es in den Därmen?

Viele Erkrankungen wie beispielsweise Erkältungen, Augen- oder Ohrenentzündungen und Verletzungen lassen sich bereits durch diesen Basis-Check eindeutig diagnostizieren. Bei vielen Erkrankungen ist nur eine Verdachtsdiagnose möglich nach dieser ersten Untersuchung.

Kann der Tierarzt durch Anamnese und Basis-Check noch keine eindeutige Diagnose stellen, sind weitere Untersuchungen notwendig. Welche das sind, das hängt vom zugrunde liegenden Problem ab. Schritt für Schritt werden Krankheiten ausgeschlossen und weitere Befunde erhoben. 

Warum aber nicht einfach alle nur möglichen Untersuchungen auf einmal machen? Da ist zum einen die Frage, welche Krankheiten man mit welchen Untersuchungen feststellen kann. Mit einer Blutuntersuchung kann man keine Arthrose feststellen. Mit einer Röntgenuntersuchung wird keine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert. Zum anderen ist es eine Kostenfrage. Denn Spezialuntersuchungen sind aufwendig und teuer. Jede zusätzliche Untersuchung ist zudem mit Stress für deine Katze verbunden.

So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig, das ist hier die Devise. Dein Tierarzt wird dir erklären, in welcher Reihenfolge weiter vorgegangen wird, um deiner Katze helfen zu können.

Blutuntersuchung

Bei vielen Erkrankungen alter Katzen ist der Basis-Check zunächst unauffällig. Ein nächster Schritt ist oft eine Blutuntersuchung. Sie in der Katzenpraxis Routine. Mit einer einzigen Blutprobe können viele Untersuchungen durchgeführt werden: Organwerte (chemische Blutuntersuchung), Blutbild, serologische Blutuntersuchung.

Wie läuft eine Blutuntersuchung ab? 

Deine Katze sollte mindestens 4 - 6 Stunden vor der Blutentnahme nichts mehr zu fressen bekommen. Zur Blutentnahme muss die Katze still halten. Eine Helferin hält sie sanft fest. Das Blutgefäß wird gestaut. Die Entnahmestelle wird desinfiziert. Der Tierarzt tastet ab, ob das Gefäß gut gestaut ist. Dann sticht er mit einer sterilen Einmalkanüle in die Vene und lässt das Blut in verschiedene Blutprobenröhrchen tropfen. Ist ausreichend Blut entnommen, wird der Stau geöffnet, die Kanüle entfernt und mit einem Tupfer auf die Einstichstelle gedrückt, bis es nicht mehr nachblutet. Das Blut kann aus einer Vene an den Vorderbeinen, den Hinterbeinen oder am Hals entnommen werden. 

Die meisten Katzen lassen sich diese Prozedur trotz festhalten ganz gut gefallen. Klar, begeistert sind sie nicht davon. Für Katzen, bei denen eine Blutentnahme so gar nicht geht, gibt es eine Beruhigungsspritze (ich nenne sie die "Katzen-glücklich-mach-Spritze"). Es dauert ungefähr 10 - 15 Minuten, bis ein leichter Dämmerschlaf eintritt. Dann kann Blut genommen werden. Ich nutze den Dämmerschlaf der Katze auch dazu, mir die Zähne ganz genau anzuschauen und andere Dinge zu tun, die die Katze nicht so mag. Wenn alles fertig ist, bekommt die Katze eine "Aufwachspritze". Etwa 10 Minuten später ist sie wieder ganz wach.

Die Untersuchung der Blutproben erfolgt in der Tierarztpraxis selbst oder in externen Labors. 

Die Untersuchung in der Tierarztpraxis hat den Vorteil, dass die Ergebnisse sehr schnell vorliegen. Nachteil ist, dass nicht alle Blutuntersuchungen mit den üblichen Laborgeräten möglich sind. In externen Labors können sehr viel mehr Untersuchungen gemacht werden. Es dauert zwischen einem und mehreren Tage, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen. 

Organwerte (chemische Blutuntersuchung)

Bei der chemischen Blutuntersuchung werden Enzyme, Substrate und Elektrolyte bestimmt. Erhöhte oder erniedrigte Werte treten bei Organerkrankungen auf. Sind beispielsweise Glucose und Fructosamin erhöht, ist die Katze zuckerkrank. Sind Harnstoff und Kreatinin erhöht, deutet das auf eine Nierenerkrankung.

Schilddrüse

Bei alten Katzen, die trotz gutem Appetit abnehmen, muss man an eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) denken. Durch Messung des Schilddrüsenhormons (T4) im Blut wird die Diagnose schnell gestellt. Ist dieser Wert stark erhöht, hat die Katze eine Schilddrüsenüberfunktion. Sie muss Medikamente bekommen. Regelmäßige Kontrollen des Schilddrüsenhormons (T4) ermöglichen eine optimale Einstellung der Medikamentendosis.

Nieren

Trinken alte Katzen viel, fressen wählerisch und nehmen ab, könnte eine chronische Nierenerkrankung (CNE/CNI) dahinterstecken. Die Bestimmung der Nierenwerte ist ein Baustein in der Diagnose. Wichtig sind die folgenden Werte: SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin), Kreatinin, Harnstoff, Phoshat. Für Verlaufskontrollen werden diese Werte in regelmäßigen Abständen von 3 - 6 Monaten bestimmt.

Leber

Die Leber ist das Hauptstoffwechsel- und Entgiftungsorgan mit vielfältigen Aufgaben. Ebenso vielfältig können die Symptome von Lebererkrankungen sein: Müdigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, Durst (Polydipsie). Bei alten Katzen sind die Leberenzyme im Blut häufig erhöht, ohne dass eine Ursache gefunden werden kann. Zusätzlich zur Blutuntersuchung kann dann eine Gewebeentnahme zur Laboruntersuchung (Biopsie) notwendig werden, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.

Bauchspeicheldrüse

Erbrechen alte Katzen häufiger und wollen dann nichts fressen, dann kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) dahinter stecken. Besteht der Verdacht, werden pankreasspezifische Labortests (feline spezifische Pankreaslipase - fPLI) durchgeführt, die schnell zu einer Diagnose führen.

Spezialuntersuchungen und Organprofile

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von Spezialuntersuchungen für Hormone, Vitamine usw., die nicht in jedem Fall gebraucht werden. Viele Labore bieten so genannte "Organprofile" an. Darin sind alle Werte enthalten, die für Erkrankungen eines bestimmten Organs wichtig sind. So gibt es beispielsweise Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenprofile.

Blutbild

Im Blutbild werden die Blutzellen untersucht. Sie machen etwa die Hälfte des Blutvolumens aus. Sie werden unterteilt in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutzellen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thromozyten), die für die Blutgerinnung wichtig sind.

Rotes Blutbild 

Untersucht werden die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), das Hämoglobin, der Hämatokrit, MCV, MCH und MCHC. 

Eine zu geringe Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kann auf Blutungen, Blutarmut oder Störungen der Blutbildung hinweisen. 

Das Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff im Inneren der Erythrozyten. Es ist für den Sauerstofftransport verantwortlich. Zusammen mit der Zahl der roten Blutkörperchen gibt dieser Wert einen Hinweis auf das Vorliegen einer Blutarmut.

Der Hämatokrit misst, welchen Anteil die roten Blutkörperchen am Gesamtblut ausmachen. Bei der gesunden Katze liegt er zwischen 30 und 44 Prozent.

Die Werte MCV (middle cellular volume), MCH (middle cellular hemoglobin) und MCHC (middle cellular hemoglobin concentration) sind Werte zur genaueren Beschreibung der Eigenschaften roter Blutkörperchen.

Weißes Blutbild

Untersucht werden im Differentialblutbild die weißen Blutzellen (Leukozyten) mit ihren verschiedenen Unterklassen (Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) als Bestandteil des Immunsystems. Aus den Ergebnissen des Differentialblutbildes kann der Tierarzt Rückschlüsse auf das Vorliegen von Infektionen ziehen.

Serologie

Heimtückische Erkrankungen wie beispielsweise Katzenleukose oder Katzen-AIDS werden durch serologische Blutuntersuchungen festgestellt. Für manche Erkrankungen gibt es Schnelltests, die direkt in der Tierarztpraxis durchgeführt werden können. Für andere Erkrankungen muss das Blutserum an ein Labor eingesandt werden. Dann dauert es einige Tage, bis das Ergebnis vorliegt.

Harnuntersuchung

Wenn deine Katze häufig aufs Katzenklo rennt und immer nur ein paar Tropfen Urin absetzt, dann könnte sie eine Blasenentzündung haben. Genauso könnte es aber auch Blasengrieß sein. Eine Harnuntersuchung führt zu einer genauen Diagnose.

Der Harn wird zunächst angeschaut. Welche Farbe hat er? Wie riecht er? Ist er klar oder trübe? Dann wird das spezifische Gewicht bestimmt. Je höher das spezifische Gewicht, desto besser können die Nieren den Urin konzentrieren. Erstes Symptom einer chronischen Nierenerkrankung kann ein niedriges spezifisches Uringewicht sein.

Teststreifen

Harn-Teststreifen ermöglichen eine schnelle Untersuchung bestimmter chemischer Bestandteile des Urins. Damit wird beispielsweise bestimmt, ob Blut im Urin ist oder Eiweiß. Beide Parameter können Hinweis auf eine Entzündung sein.

Harnsediment

Durch zentrifugieren werden die Schwebeteilchen im Urin konzentriert und anschließend mikroskopisch untersucht. Bakterien, rote und weiße Blutzellen sind Hinweise für eine Entzündung. Harnkristalle kommen bei Blasensteinen und -grieß vor. Bestimmte Zellen im Sediment geben Hinweise auf eine Nieren- oder Nierenbeckenerkrankungen.

Bakteriologische Untersuchung

Für eine bakteriologische Untersuchung des Urins muss der Urin direkt aus der Blase entnommen werden. Sie wird durchgeführt um festzustellen, ob sich Bakterien in der Blase befinden beispielsweise bei einer Blasenentzündung. Mit einem Antibiogramm wird gleichzeitig geprüft, welches Antibiotikum die vorhandenen Bakterien abtötet.

Dazu wird die volle Blase durch die Bauchwand hindurch mit einer Hand festgehalten und mit einer feinen Nadel punktiert. Der Urin wird in einer sterilen Spritze herausgezogen. Das hört sich schlimmer an als es ist. Die meisten Katzen lassen sich das ganz gut gefallen.

Nach Einsenden in ein Speziallabor dauert es mehrere Tage, bis das Ergebnis vorliegt. 

Kotuntersuchung

Eine Kotuntersuchung wird bei Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere bei Durchfall eingeleitet. Der Kot wird auf seine Bestandteile untersucht. Für die meisten Tests reicht eine einzelne Kotportion aus.

Bei der Untersuchung auf Darmparasiten oder bei Verdacht, dass die Bauchspeicheldrüse nicht richtig verdaut (Pankreasinsuffizienz) sollte drei Tage lang von jedem Kotabsatz etwa ein Teelöffel Kot in einem einzigen Sammelgefäß (Sammelkotprobe) gesammelt werden.

Parasitologische Kotuntersuchung

Darmparasiten wie beispielsweise Giardien oder Spulwürmer werden durch eine parasitologische Kotuntersuchung festgestellt.  Auch Bandwurmeier können gefunden werden. Bei Verdacht auf Lungenwurmbefall können durch spezielle Untersuchungsverfahren Lungenwurmlarven im Kot nachgewiesen werden.

Bei einem Nachweis von Parasiten im Kot muss entwurmt werden. Denn Giardien und Spulwürmer können von der Katze auf den Menschen übertragen werden und Erkrankungen verursachen.

Mikrobiologische Kotuntersuchung

Bei länger bestehendem Durchfall wird eine frische Kotprobe zur mikrobiologischen Kotuntersuchung in ein Labor eingesandt. Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen können damit festgestellt werden. Einige Bakterienarten wie beispielsweise Salmonellen oder Yersinien sind Zoonosen, d.h. vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankungen. Werden gefährliche Bakterien im Kot festgestellt, wird zusätzlich ein Antibiogramm gemacht, um festzustellen, welches Antibiotikum diese Keime abtötet. Denn für die Behandlung ist es wichtig, sofort ein wirksames Antibiotikum einsetzen zu können. Zum Aufbau einer gesunden Darmflora werden nach einer Antibiotikabehandlung Arzneimittel verabreicht, die Bakterien der normalen Darmflora enthalten.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Spezialuntersuchungen zur Beurteilung der Verdauungsleistung des Darmes.

Blutdruckmessung

Von unseren Arztbesuchen kennen wir die Blutdruckmessung als Routineuntersuchung. Wir wissen auch, dass unser Blutdruck in der Arztpraxis höher sein kann als zu Hause. Diesen "Weißkitteleffekt" gibt es auch bei der Katze.

Wozu Blutdruckmessung?

Wir wissen heute, dass etwa ein Drittel aller älteren Katzen einen zu hohen Blutdruck hat. Oft tritt er gemeinsam mit anderen Erkrankungen wie beispielsweise chronische Nierenerkrankungen (CNE/CNI) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf. Bluthochdruck kann zu einer Netzhautablösung mit Erblinden führen. Auch andere Organe wie Herz und Nieren werden durch einen zu hohen Blutdruck geschädigt.

Wie läuft eine Blutdruckmessung bei der Katze ab?

Die aussagekräftigsten Untersuchungsergebnisse erhält man, wenn die Katze wenig gestresst ist. Deshalb sollte die Blutdruckmessung nach Möglichkeit vor allen anderen Untersuchungen durchgeführt werden. Vor der Messung sollte eine Katze sich in der Praxis akklimatisieren können. Dazu wird sie mindestens 10 - 15 Minuten mit ihrem Halter alleine im Untersuchungsraum gelassen. Dort darf sie sich in dieser Zeit frei bewegen. Zur Blutdruckmessung wird sie auf dem Untersuchungstisch auf eine kuschelige Decke oder ein Handtuch gesetzt. Eine spezielle Blutdruckmanschette wird um Vorderbein oder Schwanz gelegt. Sie wird vom Blutdruckmessgerät automatisch mit Luft aufgepumpt und wieder abgelassen. Innerhalb weniger Minuten werden mehrere Messungen durchgeführt. Das führt zu genaueren Ergebnissen. Das erste Mal dauert es vielleicht etwas länger, bis eine Katze ausreichend entspannt ist. Doch haben sich Katzen erst einmal an das Procedere gewöhnt, ist das Blutdruckmessen kein größeres Problem mehr.

Röntgen

Wer schon einmal einen Arm oder ein Bein gebrochen hatte, der hat Bekanntschaft mit der Röntgendiagnostik gemacht. Damit werden äußerlich nicht sichtbare Strukturen wie beispielsweise ein gebrochener Knochen auf einem Bildschirm oder einem Film sichtbar gemacht.

Was ist Röntgen?

Unter Röntgen oder Röntgendiagnostik (Radiografie) versteht man ein Verfahren, bei dem Gewebe wie Knochen, innere Organe und Gefäße bildlich dargestellt werden können. Der Katzenkörper wird mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Ein Film oder eine Speicherfolie (digitales Röntgen) wird dadurch belichtet und liefert ein zweidimensionales  Bild der durchleuchteten Körperregion. Die unterschiedlich dichten Gewebe im Katzenkörper absorbieren Röntgenstrahlen unsterschiedlich stark. So erscheint Knochen auf dem Röntgenbild weiß, luft- oder gasgefüllte Organe wie die Lunge erscheinen schwarz und Weichteile je nach Dichte in unterschiedlichen Grautönen. 

Röntgenstrahlen sind gefährlich, sie können bestrahlte Zellen schädigen. Tierärzte und ihre Helfer tragen bei Röntgenuntersuchungen bleihaltige Schutzkleidung. Tierhalter dürfen nicht mit zur Röntgenuntersuchung ihrer Tiere. Bei der Röntgenuntersuchung wird darauf geachtet nur die zu untersuchenden Körperstellen der Röntgenstrahlung auszusetzen und möglichst geringe Dosen zu verwenden. Die in der Röntgendiagnostik eingesetzten Strahlendosen sind für die Katze unschädlich.

In der Bestrahlungstherapie von Tumoren macht man sich zunutze, dass Röntgenstrahlen Zellen schädigen. Tumoren werden mit wesentlich höheren Strahlendosen bestrahlt als in der Röntgendiagnostik. 

Wozu wird Röntgen benötigt?

Deine Katze kommt humpelnd nach Hause. Eine offene Wunde ist nirgends zu finden. Du weißt nicht, was passiert ist. Hat sie sich nur gezerrt oder ist das Bein gebrochen? Das kann eine Röntgenuntersuchung schnell klären. Am häufigsten werden Röntgenuntersuchungen bei Katzen durchgeführt bei:

  • Knochenproblemen wie beispielsweise Arthrosen oder Frakturen
  • Kiefer- und Zahnerkrankungen (Dentalröntgen)
  • Veränderungen der Lunge
  • Erkrankungen der Blase, insbesondere Blasensteinbildung
  • der Suche nach röntgendichten Fremdkörpern im Magen-Darm-Trakt (z.B. Nadeln, Metallknöpfe, metallhaltige Kleinteile)

Bei manchen Röntgenuntersuchungen wird dem Patienten zusätzlich ein Kontrastmittel verabreicht. Damit können bestimmte Strukturen im Organismus wie beispielsweise Magenwand oder Darm besser dargestellt werden. 

Wie läuft eine Röntgenuntersuchung ab?

Eine Röntgenuntersuchung ist mit den heutigen modernen Geräten schnell durchgeführt. Aus Strahlenschutzgründen darfst du nicht mit in den Röntgenraum. Eine Helferin nimmt deine Katze in Empfang. Für die meisten Untersuchungen kann sie wach bleiben. Wichtig ist, dass sie in dem kurzen Moment der Durchleuchtung ganz ruhig hält. Deshalb wird sie von Helfern in der notwendigen Position gehalten. Die eigentliche Durchleuchtung dauert nur Millisekunden.

In der Regel werden zwei Aufnahmen angefertigt. Für eine Aufnahme wird die Katze seitlich gelegt, für die zweite auf den Rücken oder auf den Bauch (zweite Ebene). Das erhöht die Aussagekraft der Bilder. Auch Gelenke und Knochen werden immer in zwei Ebenen geröntgt. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass Röntgenbilder nur zweidimensionale Abbildungen eines dreidimensionalen Lebewesens sind.

Hat die Katze Schmerzen beispielsweise bei einem gebrochenen Bein und will deshalb nicht ruhig halten für die Untersuchung, dann erhält sie eine Beruhigungsspritze. Denn für aussagekräftige Röntgenaufnahmen müssen die Tiere einen Moment absolut ruhig halten. Merke: Besser eine Beruhigungsspritze als verwackelte Röntgenbilder, die nicht weiterhelfen.

In den meisten Praxen wird heute mit digitalen Röntgengeräten gearbeitet. Nachdem die Röntgenaufnahmen angefertigt worden sind, müssen sie von der Speicherfolie in den Computer übertragen werden. Dafür wird die Kassette mit der Speicherfolie in ein spezielles Lesegerät gesteckt, das die Daten an den Computer übertragt. Bereits nach wenigen Minuten kann das fertige Bild angesehen und ausgewertet werden.

Bei unklaren Befunden können mit den heutigen Möglichkeiten der Technik Röntgenbilder zur Auswertung zu spezialisierten Tierärzten (Radiologen) geschickt werden. Das erspart deiner Katze Transporte zu solchen Spezialisten und weitere Röntgenuntersuchungen.

Ultraschall (Sonographie)

Bekannt ist die Ultaschalluntersuchung aus der Frauenheilkunde (Gynäkologie). Bei schwangeren Frauen wird damit untersucht, ob die Schwangerschaft normal verläuft und sich das Kind gut entwickelt. Doch gibt es noch viele weitere Einsatzgebiete für diese Methode.

Was ist Ultraschall?

Ultraschall, auch Sonografie genannt, ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem mit Hilfe von Schallwellen innere Organe untersucht werden. Für das menschliche Ohr sind Ultraschallwellen nicht hörbar. Fährt der Tierarzt mit dem Gerät über den Bauch, sendet der Schallkopf Ultraschallwellen aus. Sie wandern durch den Körper, werden reflektiert, erzeugen ein Echo. Dieses Echo nimmt der Schallkopf auf und leitet es zu einem Computer weiter. Der Computer wandelt das Echosignal in ein Bild um. Der Tierarzt kann aus diesem Bild herauslesen, ob Organe normal aussehen oder verändert sind.

Die Ultraschallwellen sind für deine Katze ungefährlich und nicht schmerzhaft. Eine Strahlenbelastung wie bei einer Röntgenuntersuchung gibt es nicht.

Wozu wird Ultraschall benötigt?

Deine alte Katze erbricht häufiger. Eine Blutuntersuchung hat bisher keine Hinweise ergeben, woher das Erbrechen kommen könnte. Ist es möglicherweise ein Tumor im Bauchraum? Eine Ultraschalluntersuchung kann das klären. Domäne des Ultraschalls ist die Untersuchung innerer Organe:

  • Herzuntersuchung
  • Untersuchung von Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Blase, Darm auf Veränderungen
  • Trächtigkeitsuntersuchung
  • Erkennen und Abgrenzung von Tumoren
  • Abklärung von inneren Blutungen und Verletzungen nach Unfällen

Wie läuft eine Ultraschall-Untersuchung ab?

Vor einer Ultraschall-Untersuchung sollte ein Katze nach Möglichkeit mindestens 8 Stunden kein Futter mehr bekommen. Nur so kann der Darm gut untersucht werden. Nach Möglichkeit sollte sie auch direkt vor der Untersuchung keinen Urin mehr absetzen. Denn eine volle Blase ist besser zu beurteilen als eine leere.

Direkt vor der Untersuchung werden die zu untersuchenden Stellen geschoren. Denn für die Bildqualität ist es wichtig, dass der Ultraschallkopf möglichst dicht auf der Haut aufliegt. Damit zwischen Schallkopf und Haut keine Luft kommen kann, wird ein Kontaktgel auf die geschorene Haut aufgetragen.

Anschließend wird der Schallkopf aufgesetzt, leicht angedrückt und in unterschiedliche Richtungen bewegt. Auf dem angeschlossenen Monitor verfolgt der Tierarzt die Untersuchung. Eine Ultraschalluntersuchung dauert zwischen 10 und 30 Minuten.

Für die meisten Untersuchungen wird die Katze auf die Seite oder auf den Rücken gelegt. Die genaue Lagerung richtet sich nach der Position des zu untersuchenden Organs. Die Katze sollte dabei möglichst ruhig halten. Für die Untersuchung wird der Raum abgdunkelt.

Nach der Untersuchung wird das Ultraschallgel gründlich abgewischt. Verbleibende Reste sind für deine Katze unschädlich.

Röntgen oder Ultraschall?

Röntgen und Ultraschall sind die in der Praxis am häufigsten verwendeten bildgebenden Verfahren. Röntgen eignet sich sehr gut zur Darstellung knöcherner und Luft enthaltender Strukturen. Mit dem Ultraschall erhält man viele Informationen zur Struktur von Geweben und inneren Organen. 

Röntgen ist das Untersuchungsverfahren der Wahl bei allem, was die Knochen angeht. Auch die Lunge lässt sich im Röntgenbild sehr gut beurteilen. 

Soll die Struktur von Nieren oder Leber genauer betrachtet werden, braucht es den Ultraschall. Bei Herzerkrankungen kann mit dem Ultraschall die Größe der Herzvorkammern und der Herzkammern gemessen werden.

Knochen, Gehirn und Rückenmark, Luftröhre und Lungen können mit Ultraschall nicht untersucht werden.

Für manche Fragestellungen ist eine Röntgenuntersuchung besser geeignet, für andere die Ultraschalluntersuchung. In bestimmten Fällen werden beide Untersuchungsverfahren für die Diagnose benötigt. Wann welches bildgebende Verfahren zum Einsatz kommt, das kann nur der Tierarzt entscheiden.

CT - Computertomographie

In der Humanmedizin werden computertompographische Untersuchungen schon viele Jahre angewandt. Inzwischen hat dieses Röntgenverfahren auch Einzug in die Tiermedizin gehalten.

Was ist ein CT?

Die Computertomographie (CT) ist ein modernes bildgebendes Verfahren. Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen. Die zu untersuchende Körperregion wird durch eine schnell rotierende Röntgenröhre Schicht für Schicht dargestellt. Neben Knochen und Gelenken können auch die inneren Organe von Tieren dargestellt werden. Flüssigkeitsansammlungen sind ebenfalls gut zu erkennen. Tumoren können ganz genau abgegrenzt werden. Das ist für die Planung einer Tumor-Operation wichtig.

Wozu wird ein CT benötigt?

In der CT erhält man dreidimensionale Bilder der untersuchten Region. So ist eine viel genauere Lokalisierung von Veränderungen möglich. Zu den zahlreichen Einsatzmöglichkeiten gehören u.a. die Beurteilung von:

  1. Veränderungen im Bereich des Kopfes und des Halses: Entzündungen und/oder Tumoren im Mund-, Nasen-, Nasennebenhöhlenbereich, Veränderungen im Mittel- und Innenohr oder hinter dem Auge, Knochenbrüche, Abzesse, Schilddrüse, Wirbelsäule
  2. Veränderungen im Bereich des Brustkorbs: Entzündungen in Lunge oder Bronchien, Fremdkörpersuche in den Bronchien, Luft und/oder Flüssigkeitsansammlungen, Wirbelsäulenerkrankungen
  3. Veränderungen im Bereich des Bauchraums: Vergrößerung von Organen, Flüssigkeitsergüsse, Entzündungen, Tumoren
  4. Veränderungen im Bereich des Beckens: Knochenbrüche, Entzündungen, Blasensteine, Tumoren
  5. Veränderungen im Bereich von Gelenken und Knochen: komplizierte Brüche, Entzündungen, Tumoren
  6. Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule: Anomalien, Entzündungen, degenerative Prozesse an Wirbeln oder Becken.

 Die Computertomographie (CT) ist ein technisch aufwendiges Untersuchungsverfahren. Für die Durchführung sind spezielle Geräte notwendig. Eine CT-Untersuchung einer Katze kostet ab etwa 350 Euro aufwärts - je nach Fragestellung und Aufwand bei der Untersuchung.

Wie läuft eine CT-Untersuchung ab?

Für eine CT-Untersuchung ist eine Kurznarkose notwendig. Körperliche Untersuchung und Blutuntersuchung helfen zu beurteilen, ob der allgemeine Gesundheitszustand eine Narkose zulässt. Vor der CT-Untersuchung muss die Katze 10 - 12 Stunden nüchtern sein (Wasser trinken ja, fressen nein). Nach Prüfung von Kreislauf- und Lungenfunktion wird die Katze narkotisiert und an die Narkoseüberwachungsgeräte angeschlossen. Meist wird noch ein Kontrastmittel verabreicht. Dann wird sie in die CT-Röhre geschoben. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Danach kommt sie in einen Aufwachraum. Dort wird sie bis zum Aufwachen beobachtet. Der behandelnde Arzt wird mit dir die Befunde und das weitere Vorgehen besprechen.

MRT - Magnetresonanztomographie

Zu den modernsten Untersuchungsverfahren in der Tiermedizin gehört die Magnetresonanztomographie (MRT). Sie wird nur in spezialisierten Praxen oder Kliniken durchgeführt. Eine MRT ist immer dann angezeigt, wenn in anderen Untersuchungsverfahren wie Röntgen oder Ultraschall keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte.

Was ist ein MRT?

Die Magnetresonanz- oder Kernspintomographie (MRT) ist ein Diagnoseverfahren zur bildlichen Darstellung von Weichteilveränderungen. Sie arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen. Mit ihr können Strukturen im Körper genau untersucht werden, die bisher mit anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall nicht untersucht werden konnten.

Wozu wird ein MRT benötigt?

Im MRT können alle Weichteile wie z.B. Muskeln, Sehnen oder Knochenmark sehr gut dargestellt und beurteilt werden. Bereits kleine Entzündungsherde, Schäden an Knorpeln oder Tumoren werden damit entdeckt. Hat eine Katze Krampfanfälle, kann beispielsweise durch ein MRT abgeklärt werden, ob sie einen Tumor im Gehirn hat, der solche Anfälle auslöst. 

Das MRT wird hauptsächlich eingesetzt für die Diagnostik von:

  1. Erkrankungen des Gehirns: Entzündungen, Tumoren, Gefäßerkrankungen und angeborene Mißbildungen
  2. Erkrankungen von Rückenmark und Nerven: Bandscheibenvorfälle, Gefäßerkrankungen, Tumoren und angeborene Mißbildungen
  3. Erkrankungen von Gelenken: Kreuzband- und Meniskusrisse
  4. Erkrankungen anderer Weichteile: Muskelrisse, Tumoren, Erkrankungen von Nasenhöhle und Augen

Die MRT ist ein zeitaufwendiges Untersuchungsverfahren. Die Untersuchung kann bis zu mehrere Stunden dauern. Für die Durchführung sind spezielle Geräte notwendig und Kenntnisse in der Auswertung der Bilder. Eine MRT-Untersuchung für eine Katze kostet ab etwa 400 Euro aufwärts - abhängig von der Dauer und der Schwierigkeit der Untersuchung.

Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab?

Für eine MRT-Untersuchung ist eine Vollnarkose notwendig. Körperliche Untersuchung und Blutuntersuchung helfen zu beurteilen, ob der allgemeine Gesundheitszustand eine Narkose zulässt. Vor der MRT-Untersuchung muss die Katze 10 - 12 Stunden nüchtern sein (Wasser trinken ja, fressen nein). Nach Prüfung von Kreislauf- und Lungenfunktion wird die Katze narkotisiert und an die Narkoseüberwachungsgeräte angeschlossen. Dann wird sie in die MRT-Röhre geschoben. In manchen Fällen ist zusätzlich die Anwendung eines speziellen Kontrastmittels notwendig. Nach der ein- bis zweistündigen Untersuchung in der MRT-Röhre kommt die Katze in einen Aufwachraum. Dort wird sie bis zum Aufwachen beobachtet. Wenn deine Katze wieder ganz wach ist, kannst du sie wieder abholen. Der behandelnde Arzt wird mit dir die Befunde und das weitere Vorgehen besprechen.

CT oder MRT?

CT und oder MRT kommen zum Einsatz, wenn mit anderen Untersuchungsverfahren keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Der Hauptunterschied zwischen CT und MRT besteht in der verwendeten Strahlung. Beim CT werden Röntgenstrahlen eingesetzt, beim MRT sind es Magnetfelder und Radiowellen. Das CT eignet sich besser für die Diagnostik von Knochenerkrankungen, das MRT ist bei Erkrankungen der Weichgewebe überlegen. Ob für eine weiterführende Diagnostik ein CT oder ein MRT benötigt wird, das hängt von der zu klärenden Frage ab. Das kann nur der Fachmann entscheiden.

Fazit

Die moderne Tiermedizin bietet viele Möglichkeiten zur Früherkennung von Erkrankungen - besonders bei alten Katzen. Diese solltest du unbedingt nutzen. Denn je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher kann sie behandelt werden. 

Alte Katzen zeigen bei unterschiedlichen Erkrankungen anfangs die gleichen unspezifischen Symptome. Die richtige Diagnose zu finden, benötigt deshalb oft mehrere Untersuchungsschritte. Sind beispielsweise Blut- und Harnuntersuchung unauffällig, wird im nächsten Schritt eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wie in einem Puzzle setzt der Tierarzt die Befunde unterschiedlicher Untersuchungen zu einem Gesamtbild zusammen.  

Eine telemedizinische Beratung als erster Schritt auf dem Weg zur Diagnose nimmt einen ausführlichen Vorbericht auf. Daraus lässt sich ein diagnostischer Plan erstellen, welche Untersuchungen in der Tierarztpraxis durchgeführt werden müssen wie beispielsweise Blutentnahme, Röntgen oder Ultraschall. Das kann helfen, stressige Tierarztbesuche zu vermeiden.

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Wenn du Probleme mit deiner Katze hast und Hilfe brauchst, dann buche noch heute ein Online-Beratungsgespräch. Ich freue mich, dich zu treffen.

Liebe Grüße

Heidi

online-Katzentierärztin-Heidi Kübler mit Katze

Über die Autorin

Dr.med.vet. Heidi Kübler

„Kranke Katzen sind für ihre Halter ein Problem. Als Online-Katzentierärztin biete ich dir stressfrei schnelle und kompetente Hilfe an. So können du und deine Katze bald wieder euer gemeinsames Leben genießen.“


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  1. Herzlichen Glückwünsch zu dieser Webseite!

    im Detail alles wunderbar und ausführlich erklärt und lässt keine Fragen offen, vollstes Vertrauen in diese Art von Behandlung, sehr sympathische und fachlich sehr kompetente Tierärztin!

    Herzliche Grüße
    Michaela

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